Ihr Gemini-Gem prüft Kundenanfragen auf fehlende Angaben? Halten Sie vor der angekündigten Umstellung auf Skills fest, welche Rückfragen Ihr Betrieb braucht.
Wer Kundenanfragen bereits mit gespeicherten Gemini-Gems auf fehlende Angaben prüft, sollte jetzt die erwarteten Rückfragen dokumentieren. Anonymisierte Musteranfragen schaffen eine Vergleichsgrundlage: Nach der angekündigten Umstellung auf Skills lässt sich damit prüfen, ob der gespeicherte Ablauf weiterhin die benötigten Informationen abfragt.
Dieser Morgenbrief richtet sich an Unternehmen und Betriebe, die Gems bereits für die Anfragebearbeitung einsetzen. Aus der Meldung ergibt sich kein allgemeiner Anlass, Gemini einzuführen.
Was angekündigt ist
Laut einem Bericht von The Decoder vom 30. September 2026 stellt Google die gespeicherten, wiederverwendbaren Anweisungen in Gemini von „Gems“ auf „Skills“ um. Bestehende Gems sollen ab November schrittweise deaktiviert und automatisch in Skills überführt werden.
Das ist der in dem Bericht genannte Plan. Eine unabhängige Bestätigung des Zeitplans durch Google liegt hier nicht vor.
Für die Büroorganisation entsteht daraus eine konkrete Prüffrage: Fragt der gespeicherte Ablauf nach der Umstellung weiterhin die Angaben ab, die für die Bearbeitung einer Kundenanfrage notwendig sind?
Fehlende Angaben als Vergleichsgrundlage festhalten
Eine Kundenanfrage kann verständlich klingen und trotzdem wichtige Informationen offenlassen. Welche Angaben benötigt werden, hängt vom Auftrag und vom betrieblichen Ablauf ab. Bei einer Serviceanfrage können beispielsweise Einsatzort, genaue Problembeschreibung oder Kontaktmöglichkeit relevant sein.
Ein frei erfundenes Muster zur Veranschaulichung lautet: „Unsere Anlage macht seit gestern ungewöhnliche Geräusche. Können Sie jemanden schicken?“ Je nach Leistungsangebot wären Rückfragen zur betroffenen Anlage, zum Standort und zur Erreichbarkeit sinnvoll.
Entscheidend ist, diese Erwartungen vor dem Test selbst festzulegen. Die bisherige Antwort eines Gems sollte dabei nicht automatisch als richtig gelten. Maßstab ist, was das Büro tatsächlich zur weiteren Bearbeitung braucht.
Mehr zum zugrunde liegenden Prozess finden Sie bei BK-DIGITAL-PARTNER unter unvollständige Kundenanfragen.
Den bisherigen Ablauf nachvollziehbar dokumentieren
Beginnen Sie mit einem Gem, das im Büro tatsächlich zur Prüfung von Kundenanfragen verwendet wird. Halten Sie seinen Zweck und die hinterlegte Prüfanweisung fest. Stellen Sie anschließend anonymisierte oder vollständig fiktive Musteranfragen zusammen.
Geeignet sind unterschiedliche Fälle:
- Eine Anfrage lässt eine notwendige Angabe aus.
- Eine Anfrage enthält widersprüchliche Angaben, etwa zwei verschiedene Einsatzorte.
- Eine Anfrage enthält bereits alle für den nächsten Bearbeitungsschritt erforderlichen Informationen.
Notieren Sie für jedes Muster, welche Angaben fehlen, welche Rückfragen erwartet werden und welche Informationen bereits vorliegen. Erfassen Sie daneben die tatsächliche Antwort des bisherigen Gems. So bleibt sichtbar, wo bereits vor der Umstellung Abweichungen bestehen.
Verwenden Sie keine Namen, Telefonnummern, Adressen oder vertraulichen Auftragsdetails aus echten Kundenanfragen. Auch die Kombination einzelner Angaben sollte keinen Rückschluss auf einen Kunden ermöglichen.
Nach der Umstellung dieselben Beispiele prüfen
Sobald der betreffende Ablauf umgestellt ist, verwenden Sie dieselben Musteranfragen erneut. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den zuvor festgelegten Erwartungen.
Prüfen Sie dabei, ob notwendige Rückfragen fehlen, bereits vorhandene Informationen erneut abgefragt oder fehlende Angaben ohne Grundlage ergänzt werden. Bewerten Sie außerdem, ob die vorgeschlagenen Rückfragen verständlich sind und zum nächsten Bearbeitungsschritt passen.
Dokumentieren Sie Abweichungen, bevor Sie die gespeicherte Anweisung verändern. Falls eine Anpassung nötig ist, wiederholen Sie anschließend den Vergleich. Bis offene Abweichungen geklärt sind, sollten Mitarbeitende die vorbereiteten Rückfragen vor ihrer Verwendung kontrollieren.
Was die Meldung und der Test nicht belegen
Der Bericht belegt weder eine zuverlässige Übernahme bestehender Gems noch eine bessere Bearbeitung von Kundenanfragen. Aussagen über Zeitersparnis oder vermiedene Fehler lassen sich daraus ebenfalls nicht ableiten.
Auch ein unauffälliger Vergleich mit Musteranfragen zeigt noch nicht, dass spätere Anfragen zuverlässig bearbeitet werden. Er zeigt zunächst nur, wie der Ablauf mit den ausgewählten Beispielen umgeht.
Der nächste konkrete Prüfschritt
Wählen Sie ein bestehendes Gem für die Anfragebearbeitung aus. Formulieren Sie eine anonymisierte Musteranfrage, in der bewusst eine erforderliche Angabe fehlt. Schreiben Sie zuerst die erwartete Rückfrage auf und erfassen Sie danach die Antwort des Gems.
Damit liegt ein erster dokumentierter Vergleichsfall für die angekündigte Umstellung vor. Ergänzen Sie ihn anschließend um weitere typische Anfragen aus Ihrem Ablauf.
*Quelle: Bericht von The Decoder vom 30. September 2026. Die Angaben zum Zeitplan stammen aus dieser Berichterstattung und wurden nicht beim Anbieter bestätigt.*
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